Die letzte Klausur ist geschrieben und ich bin nun in Bursa, der Stadt hinter dem Marmara Meer. Danach gehts weiter nach Eskişehir und Ankara, wo Niamh und ich Atatürks Pyjamas anschauen werden. Fotos sind schon so gut wie online!
Danach werde ich nach Denizli und Adana fahren, um dann am 26.1. wieder in Istanbul aufzuschlagen und zu berichten. Bis dahin entschuldigt bitte, dass Mails und Kommentare selten sein werden.
Görüşürüz!
Dienstag, 15. Januar 2008
Samstag, 5. Januar 2008
Letzte Tage in der Uni
Freitag, 4. Januar 2008
Tanzserie III
Elena, eine meiner Kölner Kommilitoninnen, hat mich besucht. Ihr Istanbul-Programm war so voll wie vielfältig. Begonnen hat er mit der "Culture Night" der Austausch-Gruppe unserer Universität. Unsere X-Change Commission ist hervorragend organisiert und genauso gut sind ihre Veranstaltungen. Unter anderem bringen sie uns einmal in der Woche Türkisch bei, im Conversation Club. Dann haben sie Ausflüge nach Kapadokien und Pamukkale organisiert. Heute abend ist ein Abschlussessen, weil viele Amis bereits diese Woche entschwinden und auf facebook versuchen die Mitglieder scheinbar systematisch mindestens einmal am Tag ihre "Freunde" (also uns) an sich zu erinnern.
Die Culture Night begann mit einer Besichtigung des Yildiz-Palastes. Dort hat einer der Sultane seine wichtigsten Treffen abgehalten. Heute ist er ziemlich verstaubt, aber immer noch recht prunkvoll. Man könnte ihn den kleinen Bruder des Dolmabahce-Palastes nennen.
Nach der Führung wartete ein Drei-Gänge-Menu im "Porselen-Restaurant" auf uns. Mit anderen Austausch-Studenten der Yildiz-Technical-University, der Istanbul University, der Istanbul-Technical-University und wie sie alle heißen, haben wir uns dort den Bauch vollgeschlagen, um gerüstet zu sein für das Abendprogramm: vier Stunden Tanzgruppen, Kunststunden, Kalligraphie-Übungen, Verlosungen (Hauptgewinn: Eine Reise mit der ganzen Familie durch die Türkei - die Gewinnerin hieß auch Katharina, was uns kurzzeitig zu kleinen Freudenschreien gebracht hat) und ganz viel Musik. In der Pause gab es Baklava, diese Zuckerstäbe, etwas, was wie künstlicher Pflaumensaft schmeckte und natürlich Tee. Außerdem konnte man sich gegenseitig in äußerst kitschigen Kostümen fotografieren.

(die Derwische - man kennt sie aus sämtlichen Türkisch-Werbungen)

(eine türkische Trommlergruppe)

(dieser Saft schmeckte nach künstlichen Pflaumen. Aber für das Theater mit dem Vorbeugen und Saft einschenken lohnt es sich, das Glas leer zu trinken)

(meine Gemahlin und ich für's Familienalbum)

(Elena ißt buntes Zuckerzeug)

(und zum Schluss durften wir alle tanzen)
Tanzserie II
Am zweiten Weihnachtstag waren wir im Nußknacker. Es ist ein wirklich schönes Ballet-Stück, aber ich wünschte, ich hätte es vor meinem fünften Geburtstag gesehen...


Schauplatz war der Atatürk Kültür Merkezi, ein wunderhässlicher 70er Jahre Bau. Dort führen die Theater-Leute auch Opern auf. Wie gut oder schlecht diese Veranstaltungen sind, kann ich als Laie nicht beurteilen. Besonders synchron schienen mir die Darsteller ihre Beine allerdings nicht zu heben. Aber für das Weihnachts-Gefühl hat es sich allemal gelohnt: Auf der Bühne stand der größte Christbaum meiner türkischen Weihnacht und die Kostüme waren auch strikt in gold-blau-rötlichen Weihnachtsfarben gehalten. "Schneeflocken" tanzten und natürlich endet das Stück mit einem glücklichen Ende - irgendwie.


Schauplatz war der Atatürk Kültür Merkezi, ein wunderhässlicher 70er Jahre Bau. Dort führen die Theater-Leute auch Opern auf. Wie gut oder schlecht diese Veranstaltungen sind, kann ich als Laie nicht beurteilen. Besonders synchron schienen mir die Darsteller ihre Beine allerdings nicht zu heben. Aber für das Weihnachts-Gefühl hat es sich allemal gelohnt: Auf der Bühne stand der größte Christbaum meiner türkischen Weihnacht und die Kostüme waren auch strikt in gold-blau-rötlichen Weihnachtsfarben gehalten. "Schneeflocken" tanzten und natürlich endet das Stück mit einem glücklichen Ende - irgendwie.
Donnerstag, 3. Januar 2008
Ganz schön weiß!
Dienstag, 25. Dezember 2007
Tanzserie I
Senem hat mich eingeladen, ihre Tanzgruppe hatte am ersten Weihnachtstag eine Aufführung. Ich durfte "Backstage" Mäuschen spielen.
Ankunft im Hyatt Otel in Taksim: Die Eingangshalle war beeindruckend und mit winterlich anmutenden Plastikkugeln geschmückt.
Innerhalb von Minuten verwandelte sich die Türkin in eine Tscherkessische Prinzessin. "Rapunzel" heißt auf Türkisch übrigens "Rapunsel".
Das schönste der drei Kostüme war dieses - finde ich. Leider konnte ich mir den Namen dieser Tscherkessischen Lady nicht merken. Aber sie hat am besten getanzt.
Weil beim Tanzen das Kostüm, aber nicht die Haare fliegen sollen, werden die Zöpfe mit Sicherheitsnadeln am Rücken befestigt.
Im hochherrschaftlichen Hotelbad fand das zeremonielle Schminken statt - die hatten dort vier Spiegel mit denen man sich von allen Seiten anschauen konnte. Die Hohen Herrschaften haben alle Spiegel genutzt und ihre Kostüme perfektioniert.
Kaum vorstellbar, auf wie viele Arten ein Schleier an einem Hut befestigt werden kann.
Derweil rannten die Männer unruhig im Umkleideraum auf und ab.
Und dann ging es hinein in die Höhle des Löwen!

Im Saal wartete eine Firmen-Weihnachtsfeier. Vor der Volkstanzgruppe zog ein Weihnachtsmann Tombola-Lose. Vor dem Weihnachtsmann zeigte ein Paar Lateinamerikanische Tänze wie Tango und Chachacha - in spärlichsten Kostümen. Nach der Volkstanzgruppe spielte eine türkische Band Schlager. Unsere Tscherkessen hatten es schwer, das Publikum zu begeistern. Die Pharma-Angestellten machten lieber Fotos von sich selbst oder liefen im Raum herum.
Einige hatten tatsächlich diese dämlichen Hüte auf! Seltsam, was aus anderen Ländern importiert wird. Niamh berichtet, ihre Mutter zwingt sie jedes Jahr wieder, die Papierhüte zu tragen. Ihr Rekord sei zwei Stunden gewesen. Die Menschen hier haben sich freiwillig zum Kasper gemacht.
Die Volkstänzer versuchten, mit Improvisation zu punkten, was auch teilweise gelang. Trotzdem war man danach nicht enttäuscht. Man blieb erhaben und "stolz, ein Tscherkessin zu sein" - Ihr kennt das schon.

Naja, ganz so ernst nimmt man das eben alles nicht. Der Dolch gehört zum Kostüm, kann aber durchaus Schaden anrichten.
Wir vergnügten uns im Hyatt: Tee trinken auf die "Burnu Havada" (Nase in der Luft)- Art. Hilal war die Tscherkessin mit dem dunklen Kleid und dem hellen Schleier. Sie studiert mit mir an der Bogazici, alle anderen sind an der Istanbul Technical University. Das Foto ist gestellt. Nur zur Sicherheit.
Das war die richtig gute Tänzerin! Tscherkessen haben eine gute Tarnung.
Rund ums Hyatt konnte man noch einmal Weihnachtsgefühle bekommen. Das haben wir für ein Foto genutzt.
Ankunft im Hyatt Otel in Taksim: Die Eingangshalle war beeindruckend und mit winterlich anmutenden Plastikkugeln geschmückt.
Innerhalb von Minuten verwandelte sich die Türkin in eine Tscherkessische Prinzessin. "Rapunzel" heißt auf Türkisch übrigens "Rapunsel".
Das schönste der drei Kostüme war dieses - finde ich. Leider konnte ich mir den Namen dieser Tscherkessischen Lady nicht merken. Aber sie hat am besten getanzt.
Weil beim Tanzen das Kostüm, aber nicht die Haare fliegen sollen, werden die Zöpfe mit Sicherheitsnadeln am Rücken befestigt.
Im hochherrschaftlichen Hotelbad fand das zeremonielle Schminken statt - die hatten dort vier Spiegel mit denen man sich von allen Seiten anschauen konnte. Die Hohen Herrschaften haben alle Spiegel genutzt und ihre Kostüme perfektioniert.
Kaum vorstellbar, auf wie viele Arten ein Schleier an einem Hut befestigt werden kann.
Derweil rannten die Männer unruhig im Umkleideraum auf und ab.Und dann ging es hinein in die Höhle des Löwen!

Im Saal wartete eine Firmen-Weihnachtsfeier. Vor der Volkstanzgruppe zog ein Weihnachtsmann Tombola-Lose. Vor dem Weihnachtsmann zeigte ein Paar Lateinamerikanische Tänze wie Tango und Chachacha - in spärlichsten Kostümen. Nach der Volkstanzgruppe spielte eine türkische Band Schlager. Unsere Tscherkessen hatten es schwer, das Publikum zu begeistern. Die Pharma-Angestellten machten lieber Fotos von sich selbst oder liefen im Raum herum.
Einige hatten tatsächlich diese dämlichen Hüte auf! Seltsam, was aus anderen Ländern importiert wird. Niamh berichtet, ihre Mutter zwingt sie jedes Jahr wieder, die Papierhüte zu tragen. Ihr Rekord sei zwei Stunden gewesen. Die Menschen hier haben sich freiwillig zum Kasper gemacht.Die Volkstänzer versuchten, mit Improvisation zu punkten, was auch teilweise gelang. Trotzdem war man danach nicht enttäuscht. Man blieb erhaben und "stolz, ein Tscherkessin zu sein" - Ihr kennt das schon.

Naja, ganz so ernst nimmt man das eben alles nicht. Der Dolch gehört zum Kostüm, kann aber durchaus Schaden anrichten.
Wir vergnügten uns im Hyatt: Tee trinken auf die "Burnu Havada" (Nase in der Luft)- Art. Hilal war die Tscherkessin mit dem dunklen Kleid und dem hellen Schleier. Sie studiert mit mir an der Bogazici, alle anderen sind an der Istanbul Technical University. Das Foto ist gestellt. Nur zur Sicherheit.
Das war die richtig gute Tänzerin! Tscherkessen haben eine gute Tarnung.
Rund ums Hyatt konnte man noch einmal Weihnachtsgefühle bekommen. Das haben wir für ein Foto genutzt.
Weihachten mit der Maus
Sechs Frauen, fünf Nationen, so fing unser Heiligabend an. Mit "Geisburger Marsch" und Weihnachtsoratorium haben wir uns eingestimmt, über die Kelly Family gelacht und uns erzählt, was zu Hause passiert wäre - wären wir nicht alle im Exil gelandet.

(Vorbereitungsteam - Die türkische Hausfrau mit dem Weihnachtsgeist)

(Pascale aus Belgien, Maja aus Schweden, Martine aus den Niederlanden, Niamh aus Irland in der türkischen Wohnung von Annegret aus (Süd-)Deutschland - das musste jetzt sein, Anna)
Gegen acht machten wir uns auf zur Kirche, mit dem Bus. Aus irgendeinem Grund haben uns alle angeschaut. Die Mitfahrer wirkten irgendwie grau und gewöhnlich, während wir mit roten Bäckchen, kurzen Röckchen und bunten Mänteln laut schnatternd und lachend gen Kirche strebten. In Istanbul war es ein ganz normaler Montag und unsere türkischen Freunde konnten alle nicht genug Elan aufbringen, das zu ändern. Sie sagten alle am Tag vorher ab - sie mussten lernen.

(Maja vor Sentantuan)
Die Kirche unseres Vertrauens hieß St. Antoine - auf türkisch: "Sentantuan". Dort sollte um halb neun gebetet und gesungen werden. Anschließend war eine "multilingual mass" angekündigt. Etwas irritiert waren wir schon, als uns Samba-Rhythmen entgegenschallten.

Die Messe war gut besucht, wir mussten stehen. Die Presse war auch da: in Form von Max, der für SpiegelOnline aus Istanbul berichtet, und in Gestalt von vier Fernsehkameras, die den Priester, die Meßdiener und alles andere filmten und später versuchten Niamh dazu zu bekommen ein Interview auf Türkisch zu führen. Sie behauptet, habe die Frage verstanden - konnte aber leider nicht antworten.
Die Menschen-Mischung in der Kirche war bunt, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben so ziemlich jeden Erasmus-Bekannten getroffen, viele aus Deutschland. Einige haben uns auf dem Rückweg zu unserer Christmas-Party begleitet, andere hatten Besuch von ihrer Mama und konnten nicht. Mulmig wurde mir, als der einzige türkisch aussehende Mann in dieser Kirche mit einem (fast) Schrankkoffer hereingerollt kam. Er rollte bald wieder hinaus - es hatten ihn ein paar mehr Leute irritiert angeschaut.
Wir hatten wirklich den Vorsatz, bis zum Ende zu bleiben. Nach einer Stunde waren die Priester noch immer nicht mit ihrer Predigt durch - mussten sie doch alles auf Englisch, Italienisch, Französisch und Türkisch erzählen. Weil die Größe des Programmheftes eine weitere Stunde Lithurgie versprach, haben wir uns aus der Kirche geschlichen. Der gute Wille zählt.

(Es gab sogar eine Krippe)
Zwölf Gäste quetschten sich in zwei Taxis und fuhren zurück zu Annegret, wo wir mit belgischem Schokoladen-Fondue, irischen Christmas-Cake, schwedischen Ingwer-Keksen und natürlich Glühwein weiterfeierten.
Weil wir uns alle nicht wirklich gut kannten, haben wir gewichtelt. Mein Geschenk war eine sehr unweihnachtliche schwarze Kerze mit gothischen Symbolen. Damit traf es mich besser als Niamh, die eine Tüte Kekse erwischte.

(unser Wichtelgeschenksack)

(die Truppe und unser Menü)
Gegen halb zwei haben wir uns dann verabschiedet. Am nächsten Tag warteten Uni, einige Hausarbeiten und für einige sogar eine Klausur auf uns - böses Erwarchen aus der kleinen Gefühls-Reise in die Heimat.
P.S.: Warum Weihnachten mit der Maus? Kennt Ihr diese Folge von Sendung mit der Maus, in der sie zwanzig Kinder in ihrer jeweiligen Landessprache "Kikerikie" sagen lassen? Wir hatten "Kükülüdü", "Kikerikie", "Cockadoodledoo" und "Kökörikö".
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